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Die Geschichte des "Rokokoschlösschens"Historische Ansicht von 1930 Das Haus wurde 1755 - 1760 erbaut, als ein dreiachsiger Quaderbau mit individueller Fassadenbildung und Obergeschosserkern, auf der Türachse von halbrund geschweiften Grundriss auf "toskanischen Säulen" mit Diglyphen. Die Brüstung ist mit "Rocaillerreliefs" geschmückt und die Flankierung der Türachsen wird von" korinthischen Halbsäulen getragen. In dieser Eigenschaft wurde das Haus anno 1755/56 laut Partikular im Jahr 1757 Nr. 377 als Sicherheit für eine Hypothek von " 400 Gulden kaiserlicher Währung" zum ersten Mal erwähnt. Die Legende aber besagt, daß die im Erlanger Markgräflichen Schloß residierende "Markgräfin" Marie Caroline Sophie von Brandenburg - Culmbach das Haus als Jagdschlösschen erbaut haben soll und von "dero Forstmeister" bewohnt worden sei, der das Gestüt hielt "gleich ohnweit der Reiterbahn", die sich bis 1843 auf dem südlichen Teil des Gaismarktes, heutiger Theaterplatz befand, der nahe dem Schloss war und die markgräfliche Schlossherrin - als leidenschaftliche Reiterin bekannt - ihre Reit- und Jagdgesellschaft im "Jagdschlösschen" versammelte. Fast alle der hier aufgeführten Besitzer waren Nachfahren der Hugenotten, die in Erlangen 1686 einwanderten. Namentlich gibt es nur noch zwei Familien in Erlangen, die von Hugenotten abstammen und zwar die Familie Mengin und Vache. Auch der Urgroßvater, väterlicherseits, der Familie Krettner, Herr Georg Mechs von Beruf Zimmermann, stammte von den Hugenotten ab. Die damals von den Hugenotten eingeführten Berufe sind heutzutage kaum noch Präsent, waren es aber noch zur Zeit unserer Besitzer des Rokokohauses. 1785 wurde Erlangen von einem Zeitgenossen als blühende Stadt geschildert, in der Handel und Fabriken florierten und die Einwohner in Harmonie lebten. Die zahlreichen Flüchtlingsnachfahren hatten sich endlich mit der neuen Heimat abgefunden, und waren sogar zu wirtschaftlichen Erfolg gekommen.Erst durch die zugewanderten Hugenotten wurde Erlangen, das vorher eine Agrargesellschaft war, zu einem wirtschaftlichen Zentrum mit überregionaler Bedeutung. 1951 kaufte das Rokokohäuschen der Geigenbauer Artur Teller, der aus dem Sudetenland, dem heutigen Tschechien stammte, und übte hier bis 1960 sein Kunsthandwerk aus. Dank seines Kunstsinnes für historisch wertvolle Güter wurde das nunmehr baufällige Haus, unter Erhaltung der unter Denkmalschutz stehenden Fassade, neu erbaut, mit Hilfe des Architekten Paul Kupfer.Etwas besonderes sahen auch die damaligen Denkmalschützer in dem Haus. Die Stadt Erlangen, die Ämter für Denkmalpflege in München und Ansbach langten in die Tasche und gaben Zuschüsse für die Erhaltung der wertvollen Fassade; die tatsächlichen kosten wurden leider nicht gedeckt! Das Rokokohaus ist der einzige ausgesprochene Rokoko-Bau unter den Erlanger Bürgerhäusern; mit seinen zierlichen Formen hebt es sich deutlich von seiner nüchternen Umgebung ab. 1965 waren es 15 Doppel- und Einzelzimmer die dei Gäste anlockten, heute befinden sich hinter dieser zierlichen Fassade 17 Einzel- und 20 Doppelzimmer. Auch gibt es eine Dependance im ebenfalls denkmalgeschützten Gebäude, Theaterplatz 19, in der sich nochmals 5 Nichtraucherzimmer befinden. Schon im Eingangsbereich der Dependance mit seinen dicken Fachwerk-Holzbalken und seiner Spunddecke verströmt das Gebäude historisches Flair. Eine urige Treppe führt nach oben zu den jeweils mit persönlicher Note eingerichteten Zimmern. Sat-TV, Minibar, Telefon, Internetanschluß, angenehme Fußbodenheizung und geräumig, hell geflieste Bäder sind Standard. Doch jeder Raum besticht zusätzlich durch seine Individualität. |
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